Montag, 7. Oktober 2019

Ein Update und Erfahrungsbericht der Holzvergaser-Heizung

Es ist nun schon länger her, dass ich an meinen Holzvergaserkessel Hand anlegte, wenn man jetzt von der Digitalisierung mal absieht. Darum denke ich, ist es an der Zeit, die letzten Änderungen hier zu dokumentieren.

Falls sich jemand für die komplette Geschichte und Einbau meiner Heizung interessiert sollte hier beginnen: Holzvergaserkessel selber einbauen - Teil 1

ASU-Timer

Mein Elektronik-freier Atmos Kessel hat eine Art Zeitschaltuhr bekommen. Warum das? Nun der Anheizvorgang läuft bei diesem simplen Ofen wie folgt ab:

  1.  Scheitholz einlegen
  2.  Abgasthermostat auf 0-Stellung (Gebläse startet)
  3.  Anheizen
  4. Warten bis Abgastemperatur über Abschalt-Temperatur, um Thermostat auf diese Temperatur zurückstellen zu können.

Bei Punkt 4 wartet man eigentlich nur. Ab und an vergisst man dann auch auf das Rückstellen des Thermostates, was zwar keine großartigen Auswirkungen hat, aber das Gebläse schaltet sich nicht beim Unterschreiten der Abschalt-Temperatur aus. Das hat ein Auskühlen des Kessels zur Folge und der Stromverbrauch steigt natürlich.
Ein findiger Este hat sich daher einen mechanischen Timer einfallen lassen, welcher das Rückstellen des Thermostates übernimmt. Es wird beim Drehen auf die 0-Stellung (Punkt 2) im Timer eine Feder gespannt, welche dann mittels mechanischer Übersetzung, ähnlich eines Uhrwerks, das Thermostat wieder langsam in die Ausgangsposition zurückdreht. Eine geniale Erfindung muss ich zugeben. Nähere Infos unter: https://www.asutimer.com/de.html









Der Einbau ist jedenfalls kinderleicht:

Kappe abziehen














Originalschraube durch die Längeren mitgelieferten ersetzen. Wichtig: nicht beide Schrauben gleichzeitig raus drehen.

Timer montieren ...









 ... und justieren (Abschalttemperatur)










Außentemperatur-Schalter

Obwohl ich mich eigentlich immer gegen eine witterungsgeführte Regelung aussprach, baute ich schlussendlich doch ein wenig "Witterung" in meine Heizung ein. Und zwar habe ich einen elektronischen Temperaturschalter mit Fernfühler in die Regelung integriert. Diese schaltet anhand der Außentemperatur die Heizungspumpe Aus oder Ein. Bei 18,5 °C schaltet der Schalter die Pumpe ab und bei 18°C wieder ein. Dadurch spart man vor allem in der Übergangszeit ein wenig Heizkosten.
Da ich ja eigentlich keine Elektronik in meiner Heizung haben wollte, bin ich dann doch nicht ganz ohne ausgekommen. Ein konventionelles analoges Thermostat mit Fernfühler funktioniert leider nicht so genau, bzw. hat eine zu große Hysterese.
Sicherheit: Als Elektronik-Entwickler rate ich dazu, dieses Relais nicht allzu stark zu belasten, auch wenn dies lt. Spezifikation erlaubt ist. Es ist definitiv nicht für hohe Leistungen gebaut. Die Heizungspumpe ist aber kein Problem. Da ich den Temperatursensor verlängern musste, merkte ich das die Anzeige danach um mehrere °C schwankte. Ich musste daher die Sensorleitungen massiv mit Kondensatoren glätten (elektrisch). Keine Ahnung wie die Messung intern aufgebaut ist, aber normal ist das nicht.
Wie auch immer...so funktioniert's recht zuverlässig.
Gleichzeitig habe ich einen Wahlschalter für die Betriebsart (Automatisch - Holz - Öl) eingebaut


Zusätzliche Anzeigen

Als ich noch mit einer Kamera das Geschehen im Heizraum verfolgte, baute ich zwei Thermometer in den Atmos ein: Ein Abgas- und ein Vorlaufthermometer. Zusätzlich verbaute ich Glimmlampen, welche mir den Status des Gebläses und der Rücklaufanhebung anzeigen. Das alles brauch ich jetzt zwar nicht mehr, da ich ja die Temperaturen elektronisch erfasse.





Lüfter

Die Lüfter habe ich durch leise und energiesparende PC-Lüfter ersetzt. Diese laufen nun rund um die Uhr, da ja der Kessel auch nach dem Abbrand noch genug Wärme produziert. Lediglich beim Anheizen werden diese abgeschaltet, da hier, selten aber doch, etwas Rauch entstehen kann und ich nicht will, dass dieser durch die Ventilatoren im Keller verteilt wird. Wie beim Abgasthermostat habe ich auch hier öfters vergessen, bei erfolgten Anzündvorgang, diese wieder anzuschalten, was eine erhöhte Temperatur im Heizraum zur Folge hatte. Gelöst habe ich das Problem mit einem Fritz!Dect 200, welcher eine Countdown Funktion besitzt. Wenn ich die Lüfter manuell am Taster des Dect 200 abschalte, schaltet dieser die Ventilatoren nach voreingestellter Zeit (in meinem Fall 10 min) wieder ein. Zusätzlich werden auch die verbrauchte Energie und Temperatur im Heizraum gemessen.



Dann wollte ich noch die Luft direkt von der Kellerdecke absaugen, da ja ganz oben die Luft am wärmsten ist. Dazu habe ich mir Hutzen aus Karton gebaut. Sicher nicht die schönste aber eine effektive und günstige Lösung.


WLAN

Im letzten Bericht hatte ich ja noch den Fritz!Repeater 1750 im Heizraum und die Fritz!Box4040 im Technikraum im Einsatz. Im Technikraum hängt der Netzwerkschrank, sodass ich hier auch genügend LAN-Anschlüsse zur Verfügung habe. In den Heizraum habe ich allerdings nur ein Kabel verlegt, sodass ich dort einen zusätzlichen Switch für mehrere Anschlüsse verbauen hätte müssen. Ich tauschte daher den Repeater 1750 mit der Fritzbox 4040 und habe nun einen WLAN Accesspoint samt zusätzlicher LAN-Anschlüsse mit nur einem Gerät realisiert.

Die eigenartige Montage auf Fensterhöhe hat den Grund, weil ich auch im Garten außerhalb des Heizraums potenten WLAN-Empfang haben möchte. Die Funksignale haben mit dünnen Fenstern weniger Probleme als mit dicken Betonwänden.
Die 4040er ist ein äußerst dankbares Gerät, um das man sich absolut nicht kümmern muss und läuft schon seit Jahren problemlos bei mir. Trotzdem bin ich am Überlegen diese Box durch eine Fritz!Box 7530 mit DECT Station zu ersetzen, welche aktuell für unter 120€ über den Ladentisch geht. Dann wäre nämlich auch der Dect Empfang in Garten und Keller weitaus besser als jetzt. Die 7530er kann ich übrigens jeden ans Herzen legen, dem die 7590er zu teuer ist. Erstere ist meiner Meinung nach der Preis/Leistungs Sieger, wenn man's nicht gerade übertreiben muss, so wie ich 😁.

Heizkörper Thermostate

Die größte Verbesserung haben wohl unsere neuen smarten Heizkörperthermostate gebracht. Neben dem Zugewinn an Wohnkomfort, haben und diese eine Heizkostenersparnis von 23% gebracht, und das ist schon ordentlich.
Meine Anleitung (speziell für die Österreicher mit Herz-Ventilen) findet ihr hier und das Testergebnis nach einer Saison kann man in diesem Bericht nachlesen.
Interessant wird es zu Beginn 2020, denn da will AVM ein batteriebetriebenes Wandthermostat auf dem Markt bringen, welches ebenfalls den DECT-Standard unterstützt. Dann können die Heizkörperthermostate auch auf die Temperatur des Wandthermostats regeln, so wie es aktuell mit den Dect 200 oder Dect 210 möglich ist, nur dass man so nicht mehr an eine Steckdose gebunden ist. Ich bin schon sehr gespannt darauf und denke, dass ich es in meine Heizung integrieren werde.

Integration ins Smart Home

Wie zu Beginn schon erwähnt, erfasse ich sämtliche Temperaturen der Heizung digital und integriere diese Werte in das Smart Home (deswegen auch ein Accesspoint im Heizraum 😉). Über eine hübsche grafische Web-Oberfläche kann ich dann jederzeit und weltweit via Smartphone und VPN auf meine Heizung zugreifen. Eingreifen kann ich allerdings nicht, das wär mir vor allem bei der Heizung zu heikel. Will ich doch mal eingreifen, kann ich nur zum Telefon greifen und hoffen, dass jemand zu Hause ist 😄 .
Der Bericht dazu ist hier zu finden










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