Mittwoch, 22. Dezember 2021

Die kleine große Fritz!Box 4060

Die schon in die Jahre gekommene, und immer noch im alten "Fritzboxgewand" gekleidete Fritzbox 4040 wird nun von dem lang ersehnten Nachfolger  - der Fitz!Box 4060 abgelöst. Wie sich der neue und "kleinste" aller AVM-Router im Test geschlagen hat, könnt ihr im nachfolgenden Artikel lesen.

Traditionell besitzt die 4XXXX Serie von AVM kein integriertes Modem und muss hinter bestehendes Empfangsgerät (DSL-, Glasfaser-, LTE-Modem, ...) angeschlossen werden. So ist das auch bei der 4060, was auch so ziemlich die einzige Gemeinsamkeit zu den Vorgängermodellen ist. 

WLAN AX - oder auch Wifi 6 genannt - war ja schon zu erwarten, aber dass man dem Router gleich 3 Funkeinheiten spendiert, das hätte ich nicht erwartet. Die Box stellt 1x2,4Ghz und 2x5GHz dem User zur Verfügung. 

Zusätzlich hat man eine DECT-Basis integriert, um Schnurlostelefone oder auch Smart Home Geräte mit der Box betreiben zu können. 

Als Anschlussmöglichkeit stehen 
1x USB3.0, 
3x LAN  1 Gb/s
1x WAN 2,5 Gb/s
zur Verfügung.  

Hohes Tempo

Schon beim Einrichten fällt einem auf, dass die neue Fritzbox 4060 nichts mehr mit den "alten" Boxen zu tun hat. Die Weboberfläche reagiert und lädt rasend schnell. Wo sich meine Fritzbox 7590 (eigentlich ein Top-Modell...) gerne mal beim Laden einer Seite 5 bis 10 Sekunden genehmigt, baut die 4060 Seiten in weniger als einer halben Sekunde auf. Endlich hat hier AVM nachgebessert, denn dieser Aspekt war für mich eindeutig nicht mehr zeitgemäß.


USB 3.0

Auch hier sind deutliche Unterschiede zum Vorgänger feststellbar. So hat der USB3.0 der alten 4040 nicht mit der Geschwindigkeit einer Gigabit Ethernet-Verbindung mithalten können - maximal die Hälfte der Geschwindigkeit ist hier möglich gewesen. Anders bei der 4060. Schließt man hier eine SSD-Festplatte am USB-Port an, wird schnell das Limit der 1000Mbit/s meines Netzwerks erreicht.
Wichtig: Im Menü den USB- Port auf 3.0 umstellen!

Geschwindigkeit des USB3.0-Ports der Fritzbox 4060 im Gigabit LAN-Netzwerk (=limitierender Faktor):
            Lesen:          110MB/s
            Schreiben:    110MB/s

Verwendete SSD: Crucial MX500 1TB

Ich bin mir ziemlich sicher, dass mit der Fritzbox noch höhere Schreib- und Leseraten möglich wären - mangels einer 2,5Gbit/s Gegenstelle meinerseits, endete diese Messung bei oben genannten Werten.

Mit den erreichten Datenraten ist daher die Fritzbox 4060 durchaus in der Lage ein NAS (Network Attached Storage = Netzwerkfestplatte) im Raid 0 zu ersetzten. Ich empfehle für diesen Verwendungszweck ausdrücklich eine SSD, da diese keine bewegten/rotierenden Teile haben, energiesparender und flotter sind. Zu Hause hat man ohnehin keine derart hohe Schreib- und Lesezyklen, welche die Lebensdauer stark beeinträchtigen würden.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dann aber doch: Im Vergleich zum Vorgängermodell wurde ein USB2.0-Port eingespart. 


Tri-Band Router

Neuerdings werden die Router von AVM mit 3 WLAN - Funkeinheiten ausgestattet. Dadurch können 2 Einheiten (jeweils eine 2,4 und eine 5GHz) für die Kommunikation für die Endgeräte eingesetzt werden, während die 3. Einheit für die Erweiterung des WLAN-Heimnetzes mittels Repeater vorgesehen ist. 

Genaueres dazu habe ich in meinen Bericht zum Repeater 3000 schon niedergeschrieben. 

Interessant auch hier der Geschwindigkeitsvergleich zu der vorigen WLAN-AC (Wi-Fi 5) Generation. 
Anmerkung auch hier: Leider ist auch dieser Test durch mein Gigabit Ethernet Netzwerk beschränkt, welches die Messung ausbremst. Für den Test verwendet:  Fritzbox 4060 und Fritz!Repeater 6000
Beide Geräte sind durch ihre 3 Funkeinheiten die ideale Kombination für das Erweitern des heimischen WLAN-Netzwerkes. So stellen beide Kandidaten jeweils ein 2400Mbit/s Netzwerk für die interne Kommunikation zur Verfügung. Diese 2,4Gbit/s sind allerdings als Bruttowerte zu verstehen und werden in der Praxis nie erreicht.

Da ich die maximale WLAN-Übertragungsrate mit meinem Netzwerk nicht feststellen konnte, habe ich die Entfernung ermittelt, ab welcher ein 1000-Base-T (Gigabit LAN) nicht mehr der limitierende Faktor ist - sprich: bis zu jener Entfernung, die beiden Geräte ein derartiges Netzwerkkabel ersetzen können. 

Ergebnis:
Erst ab 10m Luftlinie beginnt die Übertragungsgeschwindigkeit unter jenes einer 1000Base-T Verkabelung zu fallen, was ein erstaunliches Ergebnis ist. Wenn es mehr gewesen wären, hätte ich nur auf eine Freifeldmessung in den Garten ausweichen können (Haus zu klein 😏) - Respekt. Mehr praxistauglich wird wohl die Messung durch eine 25cm starke Ziegelwand mit zusätzlich 5m Luftlinie sein. Selbst hier leistet sich das Duo keine Schwäche und ersetzt spielend das Verlegen eines Netzwerkkabels. Besitzer einer Mietwohnung wird das freuen!

Smart Home

Mit der Fritzbox 4060 verfügt nun auch die kleinste Serie der Router über eine DECT-Basis, mit welcher Telefonie, aber auch Smart Home Geräte wie Heizkörperthermostate oder Schaltaktoren betreiben werden können. Viele, vor allem uns Österreicher mit Routerzwang, wird das freuen, jetzt auch mit geringem Aufwand das Eigenheim Smart zu machen. 
Mit der deutlich beschleunigten Weboberfläche macht das inzwischen auch den doppelten Spaß. 


Konnektivität und Gehäuse    

Hier muss man allerdings ein paar Abstriche machen. Zwar hat die neue 4060 jetzt einen 2,5Gbit WAN Port, jedoch wurde im Vergleich zum Vorgängermodell auch einen GigbitLAN Anschluss eingespart (nur mehr 3 statt 4 Anschlüsse). Auch bei den USB-Ports muss man mit einem Port weniger auskommen. Allerdings lässt sich dieser via USB-Hub erweitern. Es sollte daher auch möglich sein eine Festplatte und zB. einen LTE Stick parallel zu betreiben. 
Angeschlossen: Festplatte an USB-Hub mit Cardreader

Fritzbox 4040 im Vergleich zur Fritzbox 4060:

Das neue schicke Gehäuse kommt in Buchform daher und ist bei stehender Platzierung eindeutig platzsparender als das Vorgängermodell. Eine Wandmontage ist aber nicht mehr (bzw. nur mehr über Umwege) möglich.


Fazit

Die Fritzbox 4060 läuft sprichwörtlich wie der geölte Blitz - und zwar in allen Belangen. Die Menüoberfläche reagiert richtig zackig, der USB-Anschluss überträgt mit voller Geschwindigkeit und das integrierte WLAN überholt in Verbindung mit dem Repeater 6000 ohnehin mein bestehendes Gigabit-Heimnetz. 
Zudem sorgt die integrierte DECT-Basis dafür, dass nun auch mit der "kleinsten" Fritzbox Smart Home Aktoren und Schnurlostelefone betrieben werden können. 
Lediglich bei den Anschlüssen muss man im Gegensatz zum Vorgänger Abstriche machen. Hier wurde ein USB 2.0 und ein LAN-Port eingespart - angesichts der Tatsache, dass USB-Hubs und Switche angeschlossen werden können, jedoch ein durchaus tragbarer Umstand. 
Die Fritzbox 4060 eignet sich daher für alle, die ihr bestehendes Modem (Routerzwang,...) auf den neusten Stand der Technik bringen wollen - gewürzt mit Smarthome-Features aus dem Hause AVM. 


Verpackung:
Zubehör:









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