Mittwoch, 23. Juni 2021

Automatische Hühnertür

Auch wir folgen den aktuellen Trend und haben uns Legehennen zugelegt. Bei zunehmender Dunkelheit laufen die Viecher Gott sei Dank selbstständig in ihren Stall zum Schlafen. Um sie dann vor den Mader zu schützen, sollte die Tür noch verschlossen werden. Bei Tagesanbruch warten die Hennen schon darauf, dass sich die Tür wieder öffnet, um im Freigehege nach Futter suchen zu können.

Die aufwendigste Variante wäre die Stalltür jeden Morgen und Abend von Hand zu öffnen und zu schließen, was sich aber als extrem mühsam herausstellte. 

Abhilfe schafft hier eine automatische Hühnerstalltür, welche es fix fertig zu kaufen gibt. Diese werden entweder mit Batterien oder mit Netzteil betrieben und steuern die Tür anhand der Helligkeit. Die Geräte sind zwar recht zuverlässig, aber auch empfindlich teuer.


Ich habe mir daher die Aufgabe gestellt eine derartige Tür, um einen Bruchteil des Preises, selbst zu bauen. 50 € hat es mich im Endeffekt gekostet. 


Als Antrieb habe ich einen Linearmotor gewählt, welche es recht günstig zu kaufen gibt. Diese gibt es in unterschiedlichen Längen, wobei hier für mich rein der Preis ausschlaggebend war. Darum ist es ein Linearmotor mit 100mm Hub geworden. 


Mit einem Hebel kann der Hub ganz einfach verlängert werden, denn Kraft haben die Motoren ohnehin genug. Immerhin würde der Motor 75kg stemmen. 

Die Kraft kann auch zum Problem werden. Sollte der Linearmotor die Tür direkt zu drücken und verschließen, während sich ein Huhn in der Tür befindet, wäre das eine blutige Angelegenheit. Darum habe ich eine Konstruktion gewählt, in der das Türchen rein durch die Schwerkraft verschlossen wird. Befindet sich so eine Henne dazwischen, wird sie mit dem Schrecken davonkommen.

Geöffnet wird die Klappe via Umlenkrolle und Wäscheleine.




Zum Aufbau

Bei den Abmessungen habe ich mich an den Gegebenheiten orientiert. So hatten wir uns für einen fertigen Stall entschieden, wo damit auch die Lage und Größe der Türe definiert war. Die Stirnseite mit der Tür des Stalls hat die Abmessungen 60x60cm (ohne Dachschräge) und die Tür etwa 20x30cm. Letztere musste ich aufgrund meiner Konstruktion etwas abändern. 


Der Stall steht im Freien. Dadurch arbeitet das Holz aufgrund der sich ändernden Luftfeuchtigkeit, etwas. Es ist daher keine gute Idee die Führungsschienen der Tür auf den Millimeter genau zuzuschneiden da sie sich sonst einklemmen könnte.  


Grundmaterial ist eine Kiefer Multiplexplatte 12mm. Ist vielleicht nicht die beste Wahl, ich hatte aber noch Reste zu Hause. Aktuell gibt es ja einen Rohstoffmangel... Man sollte vor allem die Stirnseiten der Platte vor Regen schützen. 


Wenn das Schlupfloch ausgeschnitten ist, können die Führungsschienen montiert werden. 

Von meiner Bandsäge hatte ich noch die Blechstücke der Unterkonstruktion, und die Ablage hatte die perfekten Abmaße für die Tür. Daraus ergeben sich gleich mehrere Vorteile: Die Tür besitzt ein gewisses Eigengewicht, was auch notwendig ist, damit sie auch zuverlässig in den Führungsschienen runtergleitet. Andererseits schwindet Eisen nicht mit der Luftfeuchtigkeit, was das Thema des Einklemmens weiter verringert.


Zuschneiden des Bleches mit der Stichsäge:


Der Hebel


Die Tür benötigt einen Hub von 27cm  - der Linearmotor hat aber nur 10 cm - weshalb man eine Übersetzung von etwa 3 zu 1 benötigt. Soweit zur Theorie. In der Praxis hab's ich experimentell ermittelt - hat auch wunderbar funktioniert. Man muss nicht aus allem eine Wissenschaft machen - schon gar nicht beim Hobby.


Zum Schluss wird noch der Linearmotor montiert.


Ansteuerung


Auch da habe ich das Rad nicht neu erfunden und habe zu bewährter Technik zurückgegriffen. Der WLAN-fähige ESP8266 mit Tasmota als Software übernimmt die Steuerung. Nähere Infos hier.

Da der Linearmotor mit 12V Gleichspannung betrieben wird, ist es naheliegend auch eine 12V fähige ESP -Platine zu verwenden. Zum Schalten wird eine Relaiskarte mit dem ESP verbunden.

Rein für das Türchen würde eine 2-fach Relaisplatine reichen, da der ESP8266 aber mit Nebengebäude noch zusätzliche Aufgaben wahrnehmen soll, habe ich eine 4-fach Platine verbaut. Mehr dazu in einem zukünftigen Artikel....


Als Relaisausgänge können beim ESP die Ports GPIO 3, 12, 13 und 14 verwendet werden. Es funktioniert natürlich auch mit anderen GPIO's,  allerdings hatte ich da beim Neustart und Reset Kommunikation auf den Pins, was die Relais unkontrolliert  schalten lässt - also nur kurz beim Hochfahren. Ist so ein kleiner Schönheitsfehler....

Als Netzteil habe ich einen 12V/5A Wandler gewählt


Anbau


Mit Distanzhölzchen wurde die neue Tür an den Stall montiert


Und hier die Funktion:

Die Tür schließt sich 40 Minuten nach Sonnenuntergang und öffnet sich 20 Minuten vor Sonnenaufgang wieder.

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