Dienstag, 29. August 2017

Akkuschraubervergleich Bosch GSB 12V-15 - MakitaDF330DWE

Konkret geht es um den Bosch GSB 12V-15 und den Makita DF330DWE. Zugegeben, sind es nicht unbedingt ebenbürtige Konkurrenten, aber jeder von ihnen hat Eigenschaften die für bestimmte Anwendungszwecke Vorteilhaft sind.

Leider nenne ich diese beiden Schrauber nicht mein Eigen. Wir verwenden beide Typen bei uns in der Arbeit und das schon über 5 Jahre. Deshalb kann ich auch von einer Langzeiterfahrung sprechen.
Ich will auch in diesen Bericht nicht die technischen Daten zusammen fassen, die sich ohnehin ein Jeder auf der Herstellerseite durchlesen kann. Vielmehr will ich meine langjährigen Erfahrungen mit beiden Geräten niederschreiben.


Der Auffälligste unterschied ist natürlich das Schlagwerk des Bosch was der Makita nicht besitzt. Zudem findet man beim ersteren eine Akkuanzeige und den größeren Akku.

                    Bosch                                                                                                     Makita

















Beide Geräte bieten eine Dremomenteinstellung, wobei der GSB12V 20 Stufen bereit stellt und der DW330 "nur" 18. Jedoch bietet der Makita hier einen unschätzbaren Vorteil: Das Drehmoment wird hier von 0,5Nm bis 3,5Nm begrenzt. Das ist auch der häufigste Bereich mit dem Schrauben angezogen werden. Zum Bosch habe ich dazu leider keine Angabe gefunden, ich schätze das kleinste Drehmoment aber auf ca. 2Nm was vor allem bei kurzen Holzschrauben bzw. kleinen Metallschrauben (zB. M3) schon zu viel sein kann. Der Punkt geht eindeutig an den Makita und das ist auch der Hauptgrund warum wir diesen so häufig im Büro/Labor nutzen.















Beide Maschinen bieten selbstverständlich zwei mechanische Gänge mit denen die maximale Drehzahl eingestellt werden kann. Ohne dieses Feature würde ich ohnehin keinen Akkubohrschrauber mehr empfehlen, geschweige denn einen kaufen. Hier lässt sich im Prinzip zwischen Geschwindigkeit und Kraft umschalten.
Der Bosch ist zwar aufgrund des Schlagwerkes eine Spur länger, hat aber eine deutlich bequemere Umschaltung zwischen der Drehmomentbegrenzung und der Bohrstufe. Beim Makita muss hier das komplette Einstellrad bis zum Ende Durchgedreht werden um die Bohrstufe zu erreichen. Diese Eigenschaft des Boschs ist auch der Grund warum wir die Maschine mit Schlagwerk kaufen und nicht die Type ohne (GSR 10,8), welche auch eine Spur billiger wäre, aber genau diese Einstellung wie die Makita hat.
Das Schlagwerk ist zum Bohren im Ziegel geeignet. Bei Beton hat man damit aber keine Chance.
















Optisch sehen beide Akkus gleich groß aus - sind sie aber nicht. Bosch stattet seine Maschinen mit 2Ah aus wobei Makita nur 1,3Ah (Amperestunden) spendiert. In der Praxis wirkt sich dieser Unterschied nicht wirklich aus (bei mir nicht). Wenn sehr viel geschraubt und gebohrt wird kanns natürlich schon einen Unterscheid ausmachen und man sollte eher zum Bosch tendieren. Ich persönlich arbeite mit dem Makita, mir ist aber der unterschied am Akku erst jetzt beim Fotografieren aufgefallen. Praxistauglich sind beide.
Bei der Lebensdauer nehmen sich die Konkurrenten beide nichts. Nach 5 Jahren funktionieren noch immer alle Akkus einwandfrei (und wir habe einige davon). Dazu ist noch zu sagen, dass die Maschinen nicht im Dauerbetrieb laufen. Oft liegen die Akkus oft wochenlang ungenutzt in der Gegend rum oder befinden sich im Ladegerät. Ich will damit sagen: gepflegt werden sie nicht.

Einigen ist es vielleicht schon aufgefallen: Die Bosch Maschine aus dem Jahre 2013 heißt noch GSB 10,8  und nicht GSB12V. Dadurch könnte man glauben, dass der Bosch Akkuschrauber mit 12Volt Akkus arbeitet (was auf den momentan verkauften Akkus auch drauf steht). Das ist allerdings nur ein Marketing Gag, was eine höhere Akkuspannung und dadurch ein besseres Gerät versprechen soll. Der Akku hat aber trotzdem nur 3 Li-Ionen Zellen á 3,6 Volt was 10,8V ergibt. Die Ladeschlusspannung (= die el. Spannung bei der das Ladegerät abschaltet) liegt aber bei etwas über 4 Volt pro Zelle weshalb man gern mal 12V ins Prospekt schreibt. Diese physikalische Größe ist beim Makita Akku nicht anders. Lithium Ionen Akkus gibt es nur mit dem vielfachen von 3,6 also 7,2 - 10,8 - 14,4 - 18 - usw. Volt. Alles andere ist Marketing.



Die mitgelieferten Ladegeräte pumpen die Akkus in weniger als eine Stunde wieder voll, was vollkommen ausreichend ist.

Reichen die 10,8V Geräte für den Heimwerker?

Ja, sie reichen vollkommen. Es schaffen auch beide Geräte eine 200mm lange Holzschraube in einem Dachsparren zu versenken. Und mal ehrlich: Wie oft macht man das? Wer diese Frage mit "oft" beantwortet sollte dann eher zu einer 14,4V oder noch besser 18V (Bosch oder Makita) Maschine greifen. Ich teste so lediglich meine Akkuschrauber finde aber das Auslangen mit den 10,8V
Häuselbauer sollten ebenfalls zu stärkeren Version greifen, so wie ich das vor einigen Jahren mit dem BDF440 (Testbericht) getan habe.

Welchen würde ich mir persönlich kaufen?

Bosch oder Makita? Mir kommt vor, diese Frage gleicht unter den Heimwerkern eher einer Religionsfrage. Von daher wird der Bosch-Fan wohl zu Bosch greifen bzw. der Makita-Fan eher zur Makita. Ich hab den Makita Schrauber weil ich sehr viel mit der Drehmomenteinstellung arbeite. Viele meiner Kollegen nutzen diese aber nicht so intensiv und verwenden lieber den Bosch. Der größere Akku, die bequeme Umschaltung zwischen Drehmomenteinstellung und Bohren sowie eine Akkuanzeige sind hier nicht von der Hand zu weisen.
Qualitativ würde ich beide Geräte als ebenbürtig betrachten.

Weitere Links:
Wolfram von http://www.holzundleim.de hat die neuere Version DF331 getestet:
http://www.holzundleim.de/2017/01/makita-df331-ein-akkuschrauber-fuer-moebelbauer/

Kommentare:

  1. Es geht doch nichts über einen Bericht aus der Praxis. In selbiger bevorzuge ich auf die kleinen Makitas (einen mit Sechskantaufnahme) und nehme den 18V eher selten, sie sind leicht und klein und man schraubt damit einfach sensibler und kommt auch noch in Ecken, die für den "Großen" schon unerreichbar sind.

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  2. Du hast es einfach auf den Punkt gebracht. Sehr schöner Bericht ich zähle mich als Bosch Fan, der aber auch sehr gern zu seinem Makitaschrauber greift...

    Gruß Felix

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  3. Marketingstrategie ist das nicht. In anderen Ländern heißen die 10.8v Geräte schon lange 12V. Ich habe durch diese Umstellung sehr billig weitere Akkus kaufen können. Im übrigen gibts auch 4Ah Akkus fürn Bosch...

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    1. Glaub mir, es ist Marketing. Dafür habe ich einfach zu lange in der Consumer Electronic gearbeitet. Mit einer höheren Zahl assoziierst du ein besseres Gerät.

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  4. Schöner Vergleich. Ich bevorzuge auch die Makita, weil Sie einfach besser in der Hand liegt...
    Die DF330 ist übrigens ein Auslaufmodell - daher im Moment teilweise sehr günstig zu bekommen - unter 100 EUR. Nachfolgemodell ist DF331 - die hat dann einen größeren Akku.
    Mein Test ist hier zu finden:
    http://www.holzundleim.de/2017/01/makita-df331-ein-akkuschrauber-fuer-moebelbauer/

    Ja, der Trick bei den 12V Maschinen mit LiOn-Akku ist der, dass man die Spannung der geladenen Zellen nennt, das sind dann 12V. Die Nominalspannung der Zellen ist natürich weiterhin 10,8.
    Bei den "alten" NuMH Akkus gibt es tatsächlich welche mit 12V - aber sowas verkauft man heute nicht mehr (außer beim Discounter)

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  5. Ah ja, deinen Test habe ich gleich verlinkt :-)

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  6. Bosch oder Makita? Da fragst Du was...Und am Ende des Tages ist es wirklich eine Art Religionsfrage. Ich persönlich hatte nur mal ein kleines Bosch-Gerät in der Hand, nicht sicher welches Modell, und war ziemlich erstaunt von der Leistungsfähigkeit.

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  7. Auch ich bin an und für sich ein echter Bosch-Fan was Elektrowerkzeuge betrifft. Aber schön, hier auch mal was über die Makita zu lesen. Der sogenannte Blick über den Tellerrand. Dankeschön!

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