Montag, 23. März 2020

Erfahrungsbericht Nuki Smart Lock 2.0 Combo

Die Kellertür wird oft stiefmütterlich behandelt. So hatten wir zu Beginn, als wir den Zylinder tauschten, 5 Schlüssel zur Verfügung und diese sind im Laufe der Zeit immer weniger geworden. Dumm nur, dass diese Tür auch von den Omas benutzt wird, die Katze zu füttern  bzw. die Post rein zu tragen, wenn wir nicht zu Hause sind. Jetzt war es dann so, dass ich meinen Schlüssel vor unseren Urlaub hergab, um der Katze das überleben zu sichern und der Oma den Zugang zu ermöglichen. Schlussendlich standen wir dann mit den Koffern, frisch vom Flughafen, um 3 Uhr in der Früh, vor versperrten Türen und konnten nicht in unser Haus, da ja der Schlüssel bei der Oma lag. Darum musste eine andere Lösung her.

Ja ok, so ein optisches Highlight ist die Tür jetzt nicht, diese wird aber in den nächsten Jahren durch eine moderne ausgetauscht und darum war es mir wichtig, ein System zu verbauen, welches dann auch auf der neuen Tür funktioniert.
Entschieden habe ich mich für das Nuki Smart Lock, dessen Erfinder ebenfalls in Österreich, genauer in Graz, beheimatet sind.
Die Ironie an der Geschichte: Sobald ich den Motor gekauft und montiert hatte, tauchten alle fehlenden Schlüssel wieder auf... so spielt das Leben 😒

Ein billiger Spaß ist das Nuki jedenfalls nicht, denn mit Bridge, welche man für die Integration des Schlosses ins Internet benötigt wird, kostet aktuell knapp 300,-
Rein das Schloss, welches lediglich eine Bluetooth Verbindung zum Smartphone benötigt, kostet etwa 200€. Letzteres lässt sich rein lokal betreiben und benötigt daher auch keine Verbindung zum Internet. Man muss mit seinem Smartphone allerdings in Bluetooth-Reichweite des Schlosses sein, um es bedienen zu können.

Ich habe mir aber aufgrund der IO-Broker Integration die Combo-Version geleistet.
Gleich eines mal vorweg: die Auto-Unlock Funktion nutze ich nicht. Ich habe hier einen Umweg über den IO-Broker gewählt.

Montage

Ideal und Bombenfest lässt sich der elektronische Schlüssel an einem Schließzylinder montieren, welcher mindestens 3mm vom Schließblech/Beschlag vorsteht. Ist das nicht der Fall, lässt sich eine Montageplatte aufkleben. Die Reaktionen zu dieser Montageart sind aber eher durchwachsen....
Ich habe Glück, denn mein Schloss steht etwa 5mm über.
Ein Problem gabs dann auch noch: Der Beschlag wurde bei mir mit einer Senk-Linsenkopfschraube montiert. Dadurch stand die Schraube etwas über und verhinderte eine brauchbare Montage der Montageplatte. Der Heimwerker weiß sich zu helfen und passt die Schraube mit einer Feile an.













Meisterhaft...


Die Montageplatte wird via 3 Wurmschrauben/Madenschrauben(?) am Schließzylinder montiert. 













Ein Schlüssel wird benötigt und ins Schloss gesteckt bevor das Nuki aufgesteckt wird.


Danach wird eine Probefahrt durchgeführt und fertig ist die Installation des Schlosses.
Bei der Bridge ist der Montageaufwand deutlich geringer. Einfach in eine Steckdose stecken, wo noch WLAN-Empfang besteht und das Schloss in der Nähe ist.











Die Bridge muss natürlich mit dem Schloss gekoppelt werden.

Für mich als Elektroniker ist ja der Türsensor ein interessantes Detail. Mit diesem überprüft das Nuki, ob die Tür geschlossen oder offen ist. Dazu wird einfach, laut Beschreibung, auf den gegenüberliegenden Türflügel ein Magnet aufgeklebt. Bei mir ist der Magnet ca. 10-15cm vom Schloss entfernt, und trotzdem erkennt das Nuki, ob die Tür geöffnet oder geschlossen ist. Ich schließe daher daraus, dass ein sehr guter Sensor für die magnetische Feldstärke verbaut sein muss. bei 15 cm Abstand werden selbst einige cm unterschied detektiert. Für derartige Sensoren ist das ein äußerst zufriedenstellendes Ergebnis.


Funktion

Natürlich muss man auf seinem Smartphone eine App installieren (Nuki Smart Lock), welche danach mit dem Smart Lock kommuniziert. Wie bereits oben erwähnt, funktioniert das mit der Bridge auch von jeden x-beliebigen Ort weltweit (Internetempfang vorausgesetzt).
Eine WLAN-Funktion ins Schloss zu integrieren wäre bestimmt möglich würde aber die Batterien im Nu leer saugen.














Mit der App ist Auf und Zuschließen zu jeder Tages- und Nachtzeit kein Problem mehr. Es wird sogar ein Protokoll erstellt, wann und wer das Schloss betätigt, ob es manuell betätigt wurde und ob die Tür geöffnet oder geschlossen wurde. Außerdem lässt sich die Tür auch zeitlich steuern: so schließt meine Tür jeden Abend, damit in der Nacht die Tür versperrt ist. Hier ist allerdings nur ein 2-maliges verschließen möglich. Nur eine Umdrehung am Zylinder lässt das Schloss, angeblich aus Versicherungsgründen, hier nicht zu. Das stört mich ein wenig, denn darunter leidet auch die Lebensdauer der Batterien. Tagsüber ist hingegen nur 1x versperren möglich... Wenn man sich genauer darüber Gedanken macht, ist das eigentlich genau Falsch herum. In der Nacht, wenn ich zu Hause bin, ist es eher unwahrscheinlich, dass ein Einbrecher kommt. Aber tagsüber, wenn alle Arbeiten sind, schon... Naja egal. So sicher ist die Tür nicht, dass 2-maliges versperren den Sicherheitslevel auch nur irgendwie heben würde....
BTW: Wenn das Nuki nach Zeitplan verschlossen sein sollte, kann diese auch mit der App geöffnet werden, verschließt sich aber nach kurzer Zeit wieder automatisch.
Da ich via ioBroker das Schloss automatisiert habe, nutze ich die App oder den Web-zugriff faktisch nie.


Im Übrigen kann mit der App ein Code generiert werden, mit dessen jemand Anderer die Tür auf- und zusperren kann, quasi so, wie wenn man einen Schlüssel hat. Ganz so ist es dann aber auch nicht, denn man kann die Rechte auch zeitlich eingrenzen. Reinigungskraft, Urlaub,....

Erstmals habe ich bei einem batteriebetriebenen Gerät die Möglichkeit gesehen, die eingelegten Zellen auch als Akkus zu definieren. So kommt das Schloss auch mit einer etwas geringeren Betriebsspannung zurecht und meldet nicht verfrüht, dass die Batterien leer sind. Weiterer Vorteil von Batterien: Wenn der Strom ausfällt lässt sich so die Tür noch immer aufsperren, weil hierfür auch die Bluetooth Verbindung vom Schloss selbst genutzt werden kann. Die Bridge hat ja bei Stromausfall auch keinen Strom mehr... Also so dumm ist der Gebrauch von Batterien/Akkus hier nicht.
Akkus haben aber eine relativ hohe Selbstentladung, dh. sie entleeren sich auch ohne das Leistung entnommen wird von selbst. Darum rate ich hier zu den Eneloop-Akkus welche pro Jahr maximal 15% ihrer Ladung bei Nichtgebrauch verlieren.
Wie lange die Batterien im Schloss halten, kann ich nicht sagen. Nach 6 Monate sind bei mir noch immer die ersten Batterien im Schloss.
Wenn das Schloss eine Gefahren-Funktion hat, lässt es sich von außen ganz normal mit einem Schlüssel sperren.


Automatisierung

Die Mitgelieferte "AutoUnlock" Funktion nutze ich, wie bereits erwähnt, nicht. Diese funktioniert via Bluetooth und schränkt mich sehr in meinen Bewegungsraum ein. Sobald ich mich außerhalb der Bluetooth Reichweite befinde, würde das Schloss zusperren, was angesichts der Größe unseres Hauses und Grundstückgröße ein permanentes ver- und entriegeln zur Folge hätte. Ja, man könnte auch einen GPS -Radius angeben, aber GPS funktioniert im Auto (Handy in der Hosentasche) nur sehr begrenzt und in der Garage schon gar nicht. Darum scheitert es bei mir an der Praxistauglichkeit. Der Akkuverbrauch vom Telefon leidet zwar auch darunter, ist aber nicht tragisch.

WLAN ist das Zauberwort. Befindet sich mein Mobiltelefon im heimischen WLAN, wird das Schloss entriegelt, verlasse ich das WLAN, sperrt es automatisch wieder zu. Da ich am ganzen Grundstück WLAN-Empfang habe, dank der Powerliner (Bericht), bleibt die Kellertür selbst dann offen, wenn ich in die Werkstatt gehe. Sie verschließt sich erst, wenn die Zeitschaltung am Abend greift.
Kommt meine Frau nach Hause, bleibt das Schloss nur für 5 Minuten geöffnet und verschließt sich dann wieder automatisch, es sei denn natürlich ich bin zu Hause.

Das Skript aus Blockly:
Das IOS (Ei-Phones) Gerät meiner Frau macht mir da aber einen Strich durch dir Rechnung, denn dieses verlässt ab und zu, wenn der Akku leer wird, aus Energiespargründen, das WLAN. Bei Android-Geräten hingegen funktioniert das einwandfrei.
Das "timeout" im Blockly verhindert unnötige Aktionen, da ich festgestellt habe, dass sich zumindest mein Telefon, selten aber doch kurzzeitig aus dem Wlan ab und dann wieder anmeldet.
Wie funktioniert die Anwesenheitskontrolle? Man benötigt dazu eine Fritzbox als Internetrouter und den tr-064 Adapter im ioBroker. Letzterer überprüft die Anwesenheit ausgewählter Geräte.

Praxis

In der Praxis funktioniert der Umweg via ioBroker sehr komfortabel. Ich komme mit dem Auto nach Hause, fahre in die Garage und wenn ich aus dem Auto aussteige, höre ich schon das Nuki wie es aufsperrt. So soll es sein, darum nutze ich die App eher selten.


Fazit

Es waren die immer weniger werdenden Schlüssel der Grund, warum ich mir das Nuki Smart Lock Combo leistete. Denn mit diesem System kann man x-beliebig viele Schlüssel einfach per Tastendruck nachmachen und sieht auch auf den ersten Blick wer in Besitz einer Zugangsberechtigung ist.
Es ist aber, jetzt nach einigen Monaten im Betrieb, die Automatisierbarkeit der Grund, warum ich es wieder kaufen würde. Man muss sich einfach keine Gedanken mehr machen, ob man jetzt zugesperrt hat oder nicht. Es geschieht einfach ohne jegliches Zutun, und will man auf Nummer Sicher gehen, kann man jederzeit den Status in der App überprüfen.
Selbst bei Stromausfall lässt sich das Schloss noch nach Belieben sperren und akzeptiert auf Wunsch auch den Gebrauch von Akkus.
Weiters möchte ich die IO-Broker Integration positiv hervorheben und lässt sich dadurch in nahezu alle SmartHomes integrieren.
Dem gegenüber steht der relativ hohe Preis, welcher sicher dem Einen oder Anderem abschrecken wird. Ich selbst hatte deshalb ein Jahr gezögert, bereue aber die Investition nicht, was wahrscheinlich auch der Grund für diesen Erfahrungsbericht ist 😉 .

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