Mittwoch, 21. Januar 2015

Sägeblattvergleich Scheppach - Festool

Im Angebot der Scheppach CS 55 war auch ein original Scheppach Sägeblatt mit 48 Zähnen dabei. Damit ich die besten Schnittergebnisse erhalte, habe ich mir auch ein Festool Kreissägeblatt mit ebenfalls 48 Zähnen dazugekauft. Gekostet hat das Blatt ca. 38 EUR im deutschen Online-Handel. Beide sind Wechselzahn-Sägeblätter und neu.

Im direkten Vergleich sind schon einige Unterscheide feststellbar. So besteht das Festool-Blatt aus dickerem Material. Ebenfalls sind Hartmetallzähne deutlich größer und es sind diese auch sauberer mit dem Blatt verlötet.
                   Festool                                                                              Scheppach










Die Dehnungsschlitze sind auch unterschiedlich ausgeführt

                   Festool                                                                              Scheppach










Doch wie wirken sich die Unterschiede in der Praxis aus? Dazu habe ich unterschiedliche Holzarten aus der Restekiste genommen, und in diese mit beiden Sägeblättern gesägt. Danach habe ich die Schnittfläche und Ausrisse verglichen

19mm Spanplatte
                    Festool                                                                              Scheppach









  Oberseite









Unterseite











Bei der Spanplatte halten sich die Unterschiede in Grenzen. An der Oberseite sind bei beiden Sägeblättern Ausrisse vorhanden. Die Unterseite ist erwartungsgemäß bei beiden ausrissfrei. Ich würde daher die Schnittqualität als Gleichwertig bezeichnen.


Mehrschichtplatte

Oberseite
                    Festool                                                                              Scheppach







 
Unterseite













Die Mehrschichtplatte ist ebenfalls kein Problem für beide Hersteller. Beide produzieren oben wie unten faktisch keine Ausrisse. Wobei ich hier vom Gefühl her einen minimalen Vorteil beim Festool Blatt sehe.


4cm Buchenplatte Querschnitt

Oberseite
                    Festool                                                                              Scheppach








Unterseite










Hier wäre eindeutig ein Vorteil beim Festool Sägeblatt zu sehen. Wäre...

Ein aufmerksamer Leser hat mich darauf hingewiesen, dass solche Verbrennungen dadurch entstehen können, wenn das Sägeblatt nicht parallel zur Führungsschiene läuft. Irgendwie logisch...da hätte ich auch selber draufkommen können... Danke jedenfalls.
Diesen Punkt habe ich jetzt nachgemessen, eine Fehlstellung um 1mm über die Länge des Blattes festgestellt und korrigiert.

Mit einem Sägeblatt parallel zur Führungsschiene sehen die Ergebnisse dann so aus:

Scheppach
Oberseite

Unterseite


Die Ergebnisse sind durchaus vergleichbar. 
Ich habe auch mit korrigierter Schiefstellung die anderen Holzarten erneut geschnitten, habe aber die gleichen Ergebnisse erzielt.


Fazit:
Die Schnittqualität der beiden Sägeblätter ist als gleichwertig zu betrachten. Weder bei den Ausrissen, noch bei der Schnittfläche sind Unterschiede feststellbar. Das hätte ich anders erwartet, zumal ich mit das Festool-Blatt gekauft habe um bessere Resultate zu erzielen. Nun gut, ein Sägeblatt als Reserve ist nie verkehrt.
Über die Langlebigkeit kann ich natürlich jetzt noch keine Aussage machen.  Hier würde ich das Festool Sägeblatt im Vorteil sehen, da dieses größere Hartmetallzähne und einen dickeren Grundkörper hat. Durch die größere Masse und die größere Lötfläche der Zähne bietet es eine deutlich bessere Wärmeabfuhr von den schneidenden Elementen, was zu einer höheren Standzeit führen wird.
Hoffentlich...

Kommentare:

  1. Hallo Stefan,

    sehr guter Beitrag! Für manche Sägearbeiten ist ein qualitativ hochwertiges Sägeblatt in jedem Fall die bessere Wahl, aber wie du schon geschrieben hast reicht ein einfaches Sägeblatt bei Sperrholz vollig aus.

    Gruß Bastian

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  2. Danke für den ausführlichen Test!
    Ich hätte deutlichere Unterschiede erwartet.
    Gruß
    Frank

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  3. Hallo,
    sehr interessanter Bericht! Ich hätte auch gedacht das die Unterschiede deutlicher sind. Das die Schnittergebnisse ähnlich ausfallen, liegt natürlich auch daran, dass auch das Scheppach Blatt neu ist. Interessant wäre ein weiterer Test nach einer gewissen (gleichmäßigen) Nutzung.

    Gruß
    Holzwurm Tom

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  4. Es sind beide Sägeblätter neu, das habe ich jetzt im Bericht ergänzt. Ich werde mal das Scheppach-Blatt auf der Maschine lassen und nur bei Hartholz aufs Festool wechseln. Wenn Ermüdungserscheinungen auftreten gibt’s natürlich wieder einen Bericht.

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  5. hast du denn mal überprüft ob das Sägeblatt parallel zur Führungsschiene läuft? sind die Verbrennungen an beiden Stücken vorhanden?

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  6. Am Anfang sind auch preiswerte Sägeblätter gut. Der Unterschied wird sichtbar, sobald mal grössere Mengen Spanplatte gesägt sind. Die Standzeit der billigen Blätter war bei mir immer deutlich schlechter.
    Spanplatte macht nach meiner Erfahrung die Säge schneller stumpf als z.B. Hartholz wie Ahorn

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    1. Hallo Wolfram,
      Das liegt vermutlich daran, da sich in Spanplatten auch ab und an mal Metallspäne wiederfinden. Ich schätze, dass diese von den Maschinen stammen, die die Holzspäne herstellen.

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  7. Hallo und danke für diesen Vergleich! Besonders gut und hilfreich finde ich die Holz-Bilder. Ich habe ein Projekt mit Birkenholz vor mir, welche Sägeblätter wären da zu empfehlen?

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