Mittwoch, 15. November 2017

Hobelmaschine tunen

Da ich ja theoretisch mal dem Umgang mit Strom gelernt habe, erinnert mich eine innere Stimme, beim Kauf von Maschinen immer daran, welche mit Drehstrom zu kaufen. Allerdings war die gebrauchte Emco REX 2000 derartig günstig, dass ich trotz Lichtstrom-Anschluß nicht Nein sagen konnte. Doch wie es das Schicksal wollte, kam ich relativ günstig an einen 2,2kW Drehstrommoter, welcher nun seine Dienste in meiner Hobelmaschine verrichtet.

Natürlich kann man nicht jeden X-beliebigen Drehstrommotor einfach in eine Hobelmaschine einbauen. Da muss schon einiges passen, damit am Schluss auch alles zur Zufriedenheit funktioniert.

Leistung: Der eingebaute originale Motor hat eine Leistung von 1,8kW. Der Drehstrommotor ist um 400W stärker, was sich nach nicht sonderlich viel anhört. Der größte Unterschied liegt aber wie meistens im Detail. So ein Drehstrommotor (400V) hat im Gegensatz zum Lichtstrommotor mit Kondensator eine deutlich steifere Drehmomentkennlinie. Das bedeutet, dass die Drehzahl unter Belastung nicht so stark abfällt wie bei einem Motor der mit Lichtstrom (230V) betreiben wird. Wohl bemerkt, sind im Grunde beide Motoren Drehstrommotoren, Käfigläufer um genau zu sein. Bei der Lichtstromvariante wird das Drehfeld (sprich das magnetische Feld, das den Motor antreibt und ihm die Richtung vorgibt) durch einen Kondensator erzeugt. Beim Drehstrom wird das alles durch die 3 Außenleiter (Phasen) erzeugt, was natürlich deutlich effizienter ist als die Kondensator Variante (zB. 120° Phasenwinkel statt nur 90° beim Kondensator usw usw....)

Drehzahl: Die Drehzahl der Hobelwelle sollte natürlich annähernd gleich sein. Bei mir hatte der originale Motor ca. 3000U/min während der neue nur ca. die Hälfte hat. ABER: die Riemenscheibe  ist größer so dass auch bei geringer Drehzahl sich die Hobelwelle nur geringfügiger langsamer dreht.

Mechanik: Natürlich muss der Motor auch mechanisch in die Maschine passen - eh klar. Wie viel Leistung die Maschine verträgt ist aber auch kein zu vernachlässigender Faktor. So gab es aber auch eine 2,2kW Drehstrom Variante und die Maschine müsste daher stabil genug gebaut sein.
Ebenfalls habe ich drauf geachtet dass es sich um einen gekapselten Motor handelt, damit der Staub mir nicht den Motor lahm legt.

Soweit die Theorie, jetzt zur Praxis!


Motor ausbauen

Die Schutzhaube des Keilriemens abschrauben und den Motor ausbauen.














Größenvergleich:
Die Riemenscheibe habe ich nicht getauscht, da mit der montierten Scheibe auch die Drehzahl passte.

Neuen Motor montieren

Der neue Motor passte leider nur zum Teil auf die Montageplatte. Aber zum Glück musste ich nur zwei Löcher neu bohren und konnte dann den neuen Antrieb schon verschrauben.

Elektrik

Als Mann vom Fach habe ich den Anschluss selbst erledigt. Wenn man keine Ahnung davon hat: Finger weg! Bei Drehstrommotoren ist das noch um einiges komplizierter (Stern oder Dreieck...)
Original war die Emco mit einem Kabel ausgestattet. Da ich aber alle Geräte beweglich auf Rollen montiert habe, ist ein fixes Stromkabel suboptimal und immer im Weg. Ich habe mich daher für eine Gerätesteckdose entschieden. Als Schalter habe ich einen Hauptschalter verbaut. Das alles war in Summe billiger als ein Geräteschalter mit Dose.

Fazit

Ich bin höchst zufrieden mit dem Tuning. Die Hochlaufzeit beträgt nun 0,5 statt 5 Sekunden und ich kann jetzt bei Eichenbrettern 1,5mm in einem Durchgang statt 0,5mm beim alten Motor ab hobeln. Ich benötige daher zum hobeln nur mehr ein Drittel der Zeit und das ist ein bedeutender Zugewinn an Geschwindigkeit.



1 Kommentar:

  1. Sehr schön gemacht, als Mann vom Fach geht man eben ganz anders an so eine Maschine ran.

    Gruß Felix

    AntwortenLöschen