Freitag, 13. Mai 2016

Treppenschutzgitter - Teil 1 - Der Rahmen

....und zwar ohne die Wand oder die Fliesen anzubohren war die Aufgabenstellung. Nicht einfach, zumal sich bei unserer Treppe kein Standard Schutzgitter verbauen lässt. Aber ich habe es geschafft, und zwar aus Holz und Metall ;-)

Das habe ich verwendet:
Die Ausgangssituation

Von unseren Gang führt eine Treppe rauf zum Dachboden und eine runter zum Eingang. Früher gab es mal eine doppelte Glastür zum Schieben, aber seit dem wir den Dachbodenaufgang gedämmt haben, wird diese nicht mehr benötigt. Hätten wir die Glastüren noch wär das Gitter natürlich unnötig. Naja, die Glastür ist 2x gebrochen, also wär diese Lösung für ein Kleinkind wohl nichts gewesen.


Ziel ist es einen flachen Rahmen am Boden zu bauen, welcher sich an der bestehenden Sockelleiste verspreizt. Man muss dann aber immer über den Rahmen steigen, wenn man durch das Schutzgitter gehen will. Jedoch funktionieren selbst die gekauften Spreizgitter nach diesem Prinzip und daher halte ich diesen Umstand für durchaus tragbar.
Um Stabilität zu gewinnen, will ich das bestehende Geländer und den Handlauf nutzen, um mein Gitter daran zu befestigen. Lediglich ganz links, also bei der Treppe zum Dachboden, habe ich keine Möglichkeit den Rahmen zu befestigen. Hier muss die Konstruktion daher freistehen stabil genug sein.
Am Boden gibt es von der Glastür noch zwei 6mm Löcher in den Fließen in denen der Rahmen noch zusätzlich an gedübelt werden kann.
Bei den Stiegen hinunter zum Eingang soll ein Schiebegitter verbaut werden, während  zum Dachboden ein Schwenkgitter seinen Dienst verrichten soll. Zum Dachboden geht man eher selten, dadurch kann hier zur einfachen Variante gegriffen werden.


Material

Ich habe mich für ein Formrohr mit den Abmessungen 60x30x2mm entschieden, da es mir stabil genug erscheint, und flach am Boden liegend auch nicht zu hoch aufträgt.
Natürlich wäre mir die 3mm dicke Variante lieber gewesen, da sich dieses besser hätte verschweißen lassen. Ich habe auch die 3mm Version bezahlt, nur habe ich dann dummerweise die dünnere Version vom Stahlhändler mitgenommen, und jetzt muss ich halt mit dieser leben...Shit happens :-)
Der Zuschnitt erfolgt mit der Bandsäge:



Der Grundrahmen

Der Grundrahmen liegt am Boden auf und verspreizt sich gegen die Wände. Außerdem soll dieser die Führung für die Schiebetür beinhalten und mit den zwei Löchern im Boden verschraubt werden. Zusätzlich werden 3 Steher angeschweißt, die die Türen halten.
Damit der Rahmen nicht schief im Gang liegt, sollte dieser wie ein L geformt sein.


Für die Schiebetüre wird ein L-Profil an den Grundkörper mit 3mm Abstand angeheftet. In diesen 3mm Zwischenraum soll später ein Stück Flacheisen die Schiebetüre "auf Schiene" halten.
Ein Trick beim Zuschneiden des L-Profil's: Ein Stück Holz gibt dem Ganzen die nötige Stabilität!
















Um eine große Auflagefläche zu erhalten, habe ich ein Stück 5cm breiten Bandstahl an das eine Ende des Rahmens geschweißt. Ebenso wird ein Flacheisen für die Dübellöcher verwendet.
Probeliegen:













Verspreizen will ich das Gestell mit einer M12 Schraube, welche ebenso auf ein Stück Bandstahl drückt, das wiederum den Druck auf die Sockelleiste verteilt. Dazu wurde die Schraube mit dem Schleifbock angespitzt und danach deren Kopf abgeschnitten.











Mit der Eisensäge wird anschießend ein Schlitz in die Schnittfläche geschnitten, um später die Schraube mit dem Schraubendreher drehen zu können.











Um das Gewinde nicht zu beschädigen ist es ratsam die Schraube immer mit einer Mutter, wie am Bild ersichtlich, in den Schraubstock ein zu spannen.
Da bei einer Materialstärke von 2mm kein M12 Gewinde sinnvoll möglich ist, habe ich eine Mutter an den Rahmen geschweißt.  Doch zuvor muss ein Loch gebohrt werden, in dem die Schraube später durchstehen kann. ebenfalls darf  auf das Loch für den Schraubendreher nicht vergessen werden.
Die Mutter mittels Schraube zu fixieren hilft beim anheften!



Durch diese Mutter wird später die angespitzte Schraube von innen mittels Schraubendreher raus gedreht, und presst den Rahmen somit gegen die Mauer.

Steher

Die Steher bestehen, wie der Rest auch, aus dem 60x30x2mm Formrohr. Um diese rechtwinkelig mit dem Rahmen verschweißen zu können sollten diese mit Schlosserwinkel und Klemmen fixiert werden. Hier zeigt der Schweißtisch seine Stärken!



Die obere Führung der Schiebetür erfolgt ebenfalls mit einem Stück des L-Profils am mittleren Träger.
Am rechten Träger wurde ganz oben eine Schraube an geschweißt, an der später die Türe verschlossen werden kann. Darunter, etwa in Bildmitte, eine Mutter, mit der der Steher an dem Handlauf montiert wird. Zusätzliche Flügel verhindern ein Flattern des Gitters.
Es steht wieder eine Probe an:











Passt!
Vor dem Lackieren habe ich natürlich noch alles für das Schwenkgitter fertig gemacht, aber leider nicht fotografiert.











Insgesamt wurden 2 Schichten weißer Metallschutzlack aufgetragen.

In das Stück Flacheisen mit dem Loch (1. Bild) wird später eine Schraube fixiert, welche das Scharnier für das Gitter bildet. Die Schwenktüre muss zum öffnen angehoben werden und kann dann nach links geöffnet werden.

Mit dieser Lasche am mittleren Steher wird der Rahmen am Geländer befestigt.



Das war das Grundgerüst...


Kommentare:

  1. Wow - das ist dir echt gut gelungen - schönes stabiles Treppengeländer und nun macht sich der Schweißtisch auch bezahlt. Bin gespannt wie es weitergehen wird!
    Gruß Marcel

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  2. Wir haben nicht die klassischen vertikalen Stäbe als Treppengeländer, wie es bei Neubauten üblich ist, sondern drei ca. 15cm breite Bretter! Auch hier war eine einfache Montage möglich.

    Mit bohren benötigt man ca. 25 min. Montagezeit

    Spitze ist, dass man kein Bodenprofil hat, so dass keine Stolpergefahr besteht!!

    Hinweis warum gebohrte Geländer mehr Sinn machen :

    - Klemmgittern werden zwar nicht gebohrt, aber es muss eine Art "Teller" an die Wand geklebt werden,
    welcher nicht mehr Schadenfrei entfernt werden kann!
    ( ich spreche auch Erfahrung, denn wir hatten ein solches Gitter!
    Und beim entfernen gab es Schäden am Putz, da diese Dinger bombenfest kleben!)
    - vier Bohrlöcher lassen sich später einfach/unauffällig zu spachteln / bei Putz oder
    Tapetenschäden sieht das anders aus :-((

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    1. Ich hab da nichts an die Wand geklebt. Und wenn du Fliesen anbohrst, dann kannst du das auch nicht einfach zuspachteln.
      Diese Gitter lässt sich komplett rückstandfrei wieder entfernen. Aber es passt auch nur an dieser einen Stiege. Das Bodenprofil ist überhaupt keine Stolperfalle, nach einem Jahr Erfahrung kann ich nun auch das behaupten!
      Deinen Link zur Folge willst du nur Gitter verkaufen. Wenn du dir meine Stiege anschaust, wirst du keines finden, das du kaufen und in meine Stiege integrieren kannst. Desweiteren mag ich nichts anbohren oder an die Wand kleben. Klar kann man Bohrlöcher einfach zuspachteln,aber das ist immer eine Patzerei und die Struktur der Wand lässt sich auch nicht so leicht nachahmen. Weiters musst du dann drüber malen auch noch, wenn du nach ein paar Jahren die Farbe überhaupt noch hast. Auch wen die Wand weiß ist, Weiß ist nicht gleich Weiß! Das wirst du dein Leben lang sehen.

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