Freitag, 8. August 2014

Keller trockenlegen

Ich habe noch einige Bilder vom Keller trockenlegen gefunden, das wir im Mai 2013 durchgeführt haben. Leider ist meine bildtechnische Dokumentation sehr lückenhaft, aber ich werde es versuchen in Worten zu fassen.
Benötigtes Material
Theorie drückendes/nicht drückendes Wasser

Feuchtigkeit im Keller kann viele Ursachen haben. Meist unterscheidet man zwischen drückendem  und nicht drückendem Wasser von außen. Drückendes Wasser würde ich auch als zu hohen Grundwasserspiegel bezeichnen. Das nicht drückende Wasser ist Sickerwasser, oder feuchtes Erdreich, das direkt am Mauerwerk liegt.
Dem drückenden Wasser Herr zu werden stelle ich mir schwierig vor. In diesem Zusammenhang wird auch immer von der "Schwarzen Wanne" gesprochen. Soweit ich das verstanden habe packt/klebt/streicht man hier den kompletten Keller mit Bitumen ein (daher wahrscheinlich auch der Name).
Nicht drückendes Wasser ist da schon einfacher zu behandeln, da man im Prinzip nichts schlimmer machen kann als es ohnehin schon ist, wenn zB. so wie bei uns das feuchte Erdreich direkt an der Kellermauer anliegt. Aufgraben muss man in jedem Fall, das bleibt niemandem erspart.
Unser Haus hat ein Streifenfundamet, das heißt, dass beim Hausbau unter jeder tragenden Mauer tiefer ins Erdreich gegraben wurde und dies dann mit Beton aufgefüllt wurde. Somit konnten wir ca. einen halben Meter unter das eigentliche Kellerniveau graben. Das sollte man auch tun, da sich ja die Feuchte im Beton auch hochsaugen kann.

In der Literatur wird auch immer wieder von einer Drainage gesprochen. Dies ist ein löchriges Rohr, das am Grund der Künette ausgelegt wird, indem das Sickerwasser zum Kanal geleitet wird. Ich hab sowas nicht gemacht, weil kein Kanalanschluß in der Nähe war bzw. das Niveau des Kanals zu hoch war. Wasser fließt bekanntlich nicht bergauf. Liegt das Rohr (mit Gefälle) auf seinen Platz muss es am besten Rollschotter abgedeckt werden. und zumindest ein Teil der Künette bis zum Bodenniveau aufgefüllt werden. Zwischen Erdreich und Rollschotter muss eine Trennschicht eingebracht werden. In der Regel nimmt man hier ein Flies, welches verhindert, dass die Lücken im Rollschotter mit Erde aufgefüllt werden.

Meine Ausführung:

Schritt 1: Ausbaggern
60cm breit, 0,5m unter Kellerniveau. Bei mir war die Künette 1,8-2m tief.

Schritt 2: Reinigen der Kellerwand vom Erdreich.
Dies habe ich mittels Hochdruckreiniger und passendem Terrassenreiniger-Aufsatz erledigt. Als Adjustierung enpfehle ich Gummistiefel, Regenmantel und Schutzbrille. Ist eine ziemliche Sauerei :-)

Schritt 3: Aufbringen der Dichtschlämme.
Dichtschlämme ist ein mineralischer Dichtstoff, welcher auch u.a. zum Abdichten von Schwimmbecken verwendet wird. Vorteil: die Wand kann danach noch atmen, ist einfach aufzutragen und recht günstig. Ab 3 Lagen ist es wasserdicht. Dichtschlämme sieht aus wie Zement und wird mit Wasser vermischt bis es etwa die Konsistenz von Farbe/Lack hat. Die Schlämme wird mit einer Malerbürste auf die Wand aufgetragen. Mir hat es geholfen, die Wand vorher anzufeuchten. Wenn man Grundiert geht's vielleicht auch ohne diesen Schritt. Da ich reichlich Dichtschlämme hatte, habe ich diese 3x aufgetragen. Bei nicht drückendem Wasser/gelegtlich dückendem Wasser sind eigentlich nur zwei Lagen notwendig.

Schritt 4: XPS Platten kleben
Mittels  Klebespachtel habe ich XPS-Platten an die Kellerwand geklebt. Dies habe ich weniger aus thermischen Gründen getan sondern eher als mechanischen Schutz für die Mauer/Dichschlämme.
Verwendete Stärke: 5cm. Platten dieser Stärke brechen nicht mehr so leicht, was bei einer unebenen Kellerwand von Vorteil ist. Man sollte unbedingt XPS und nicht normale EPS Platten o.ä. verwenden, da erstere verrotungsbeständig, feuchteunempfindliche, etc. sind.

Schritt 5: Noppenbahhn
Abschließend wird noch über die XPS Platten eine Noppenbahn ausgebracht. Diese gibt es in Baumärkten in verschiedenen Größen. Da die Künette 1,8 bis 2m tief war habe ich eine 2m Breite verwendet. Besser wäre wahrscheinlich eine 2,5m Breite, da diese noch am Boden der Künette ausgelegt werden kann und somit einen zusätzlichen Feuchtschutz liefert. Ich hab sie an der Oberkannte an die Mauer gedübelt, damit ich es beim zuschütten der Künette leichter habe. Beim Verlegen sollten die Noppen in Richtung XPS sein, damit Feuchtigkeit zwischen den Schichten abfließen kann.

Schritt 6: Zuräumen.
Hier kann man entweder Rollschotter einfüllen, oder wenns billig werden soll, die zuvor ausgegrabene Erde. Rollschotter hat den Vorteil, daß man diesen nicht mehr verdichten muss, sprich er setzt sich nicht mehr. Man darf aber nicht auf das Flies zwischen Erdreich und Rollschotter vergessen. Nachteil: Es kann zum Badewanneneffekt kommen, wenn  keine Drainage vorhanden ist.  Der Bereich mit Rollschotter kann sich hier mit Wasser füllen.
Ich hab beide Versionen: Eine Seite Vom Haus mit Rollschotter aufgefüllt und die Andere mit Erde. Die Erde sollte mittels Stampfer verdichtet werden. sonst kann sich alles wieder setzen.
Zum Glück bin ich vom Badewanneneffekt bis dato verschont geblieben.



Wenn man schon aufgegraben hat, kann man auch gleich einen Kanal für den zukünftigen Zubau und Terrasse legen:
Ich hab sicherlich bautechnisch nicht alles 100%ig  richtig gemacht, aber die Feuchte im Keller ist nun deutlich geringer als früher.

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