Freitag, 5. Juni 2015

Pflastersteine legen - Teil 3

Der Untergrund ist vorbereitet und es kann begonnen werden die Steine zu legen. Das Fitnesscenter kann man sich nach dieser Arbeit sparen. Man spürt am darauffolgenden Tag Muskel, von denen man nicht mal wusste dass man sie hat :-)


Meine Empfehlungen:
  


Verlegen der Steine

Da ich persönlich noch nie Pflastersteine gelegt habe, habe ich mit dem befahrbahren Bereich, mit den Doppelverbundsteinen, begonnen. Hier ist die Optik nicht ganz so entscheidend und man bekommt die nötige Übung. Außerdem hat diese Fläche weniger Ecken, Kanten und Rundungen. Mit 2-3 fleißigen Helfern schafft man die knapp 50m² an einem Tag. Dadurch konnte ich leider weniger Fotos machen...

Als Unterlage für das Pflaster verwendet man Kies. Dieser sollte, wie bereits im 1. Teil beschreiben, eine Schichtdicke von 3-4cm haben. Zusätzlich muss mit dieser Schicht die restlichen Unebenheiten ausgeglichen werden und dieser muss entsprechend der dicke der Pflastersteine unterhalb der Randeinfassungssteine aufgetragen werden. Allerdings muss damit gerechnet werden dass sich die Steine beim anschließenden Rütteln noch setzen. Ich habe somit den Kies 7,5cm unterhalb der Randeinfassung aufgetragen, da die Doppelverbundsteine eine Dicke von 8cm haben. Die Steine stehen somit 0,5cm über. Nach dem Rütteln sind die Steine aber bündig mit den Randeinfassungssteinen.

Um den Kies gleichmäßig ausbringen zu können, habe ich im Baumarkt verzinkte Wasserleitungsrohre (1/2 Zoll) gekauft, welche dann das Niveau für's abziehen vorgeben. Ich habe drei Rohre mit 2m und drei mit 1 m Länge gekauft. Die Langen für die großen Flächen und die Kurzen für die Kleinen.

Zuerst muss Kies aufgetragen werden, in dem dann die Rohre gelegt und ausgerichtet werden. Wenn dann die Rohre auf richtiger Höhe liegen, kann der restliche Kies mit einer Alulatte abgezogen werden. Somit erhält man eine ebene Fläche. Schlussendlich müssen nur noch die Rohre entfernt werden, dessen fehlender Kies nachgefüllt  und mit einer Kelle geglättet wird.
Am Bild zu sehen sind die Rohre im Kies nach dem Abziehen im Bereich des Kanalschachtes. Da hier besonders auf das richtige Gefälle geachtet werden muss, hatte ich als Steineleger etwas Zeit zum Fotografieren.

Bei Pflastersteinen, wie diesen Doppelverbundsteinen, die ineinander greifen, ist es wichtig, nur von einer Seite zu verlegen. Dh. wenn man Links beginnt sollte man nur von links nach rechts arbeiten und nicht beidseitig beginnen, auch wenn schon ein paar Reihen verlegt sind. Theoretisch sollte man sich ja in der Mitte mit genau den richtigen Abstand für einen Stein treffen, allerdings ist der Schlitz entweder zu klein oder zu groß für einen Stein. Mit viel Glück kann man dies noch mit größeren Spalten in Ordnung bringen, optimal ist das aber nicht. Also immer von links nach rechts oder von rechts nach links, aber nicht beides.

Aber warum gerade diese Doppelverbundsteine? Einerseits sind die Steine mit 8cm Dicke auch für LKW befahrbar, andererseits verkeilen sich die Steine ineinander, was vor allem bei Lenkbewegungen am Stand vorteilhaft ist. Plane Steine verrücken bei derartigen Drehbewegungen bzw. anderen Schubkräften wesentlich leichter.

Natürlich müssen beim verlegen auch einige Steine zugeschnitten werden. Dazu habe ich mir eine Steineschneidmaschine ausgeborgt. Mit dieser werden die Steine nass geschnitten, wenn nicht gerade, so wie bei mir, die Wasserpumpe kaputt ist. Die Staubbelastung ist bei einem nassen Schnitt natürlich weitaus geringer. Mit der Flex geht's aber auch

Im Bereich der Stiege musste ich aber ein paar Spezialsteine zuschneiden, da ich den Einfassungsstein der Stiege etwas höher betoniert hatte. Die Pflastersteine dürfen an dieser Stelle nur eine Dicke von 4cm haben.
Diese Steine habe ich allerdings nicht in Kies gelegt, sondern habe einen erdfeuchten Beton angemischt und die Steine in diesen vorsichtig eingeklopft. Mit der Rüttelplatte darf man über diese Steine nicht mehr rütteln. Die brechen... mit Garantie, ich hab's probiert :-)
Die Gefahr, dass ich mit einem Auto oder gar dem Traktor über diesen Bereich fahre ist eher gering, da dieser am Rande des Pflasters liegt.

Rütteln und sanden

Nachdem alle Steine eingeschnitten sind, kann das Ganze mit der Rüttelplatte verdichtet werden. Die Rüttelplatte sollte eine Gummiauflage haben, sonst werden die Steine beschädigt.

Anschließend kann der Fugensand eingekehrt werden. Da die Doppelverbundsteine grau sind, haben wir uns auch für grauen Sand entschieden.
Hier ist drauf zu achten, dass jede Fuge mit Sand gefüllt wird.
Danach würde der Fugensand in die Steine eingewaschen. Am besten eignet sich dafür der Aufsatz für eine Gießkanne. Alternativ habe ich dazu so einen Aufsatz für den Gartenschlauch verwendet. Wichtig ist, dass der Sand EINgewaschen und nicht AUSgewaschen wird, dh, mit wenig Druck arbeiten. Bei dieser Arbeit kann man auch gleich kontrollieren, ob man anständig gearbeitet hat, und das Wasser richtig abfließt und sich keine Lacken (Pfützen) bilden.
Fertig eingewaschen.

Es scheiden sich die Geister, ob man nach dem "Sanden" nochmals mit der Rüttelplatte über das Pflaster rüttelt. Wird Sand aus den Fugen gerüttelt kann dieser die Oberfläche der Pflastersteine "zerkratzen", aber die Rütteplatte rüttelt auch den Sand fester/tiefer ins Pflaster.
Da die Oberfläche beim befahrbaren Bereich nicht so entscheidend ist, habe ich mich für einen zweiten Durchgang mit der Rüttelplatte entschieden. Geschadet hat's der Oberfläche aber nicht.

Zum Schluss wird nochmal Fugensand eingekehrt und eingewaschen. Danach kann die Fläche auch schon befahren werden.

Steine legen die 2te...

Tja, und weil das so gut gelaufen ist, habe ich den begehbaren Bereich auch gleich gepflastert.
Hier habe ich bei der Haustüre begonnen und mich Richtung Garage weiterbewegt. Natürlich kam auch hier wieder die Mauereschnur zum Einsatz, damit die Pflastersteine auch in einer Linie liegen.

Eine kleine Abweichung zum Plan gab's natürlich auch. Alles grau in grau hätte nicht so gut ausgesehen, daher traf es sich gut, dass wir uns bei den quadratischen Einfassungssteinen verkalkuliert hatten. Somit machten wir die Not zur Tugend und setzten mit den Steinen farbliche Akzente. Allerdings sind diese Steine etwas dünner als die Grauen... Da muss allerdings nachgearbeitet werden...und zwar bevor gerüttelt wird.

Die ganzen Abschlussarbeiten finden sich aber dann im 4. Teil :-)


- Ende Teil 3 -

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