Dienstag, 4. November 2014

Handkreissäge Einhell RT-CS 190/1

Vor ca. 3 Jahren habe ich aufgrund eines positiven Produkttests  die Handkreissäge Einhell RT-CS 190/1 mit 2-teiliger Führungsschiene gekauft:
Hier mein Testbericht:

Gekostet hat die Säge damals knapp 100€ und die Führungsschiene mit 2x35cm inklusive Zwingen um knapp 30€.
Leider kann ich das positive Testergebnis nicht ganz nachvollziehen. Für Grobmotoriker oder für jemand der Brennholz sägen will ist die Säge durchaus geeignet. Jedoch ist die Säge alleine, aber auch die Führungsschiene aus Kunststoff, für genaues Arbeiten ungeeignet. Spanplatten lassen sich faktisch überhaupt nicht ausrissfrei schneiden. Gut, viele mögen jetzt sagen, dass das Schnittbild und die Ausrisse hauptsächlich vom Sägeblatt abhängen. Darum habe ich mir auch ein Sägeblatt von Bosch dazu gekauft, welches fast ein Drittel der Maschine gekostet hat.

Die Scheppach wär (ob groß oder klein) wär wohl die bessere Wahl gewesen.

Ich will jedoch nicht nur nörgeln. Die Maschine hat auch positive Eigenschaften. Die zuschaltbare LED Beleuchtung sowie das 3m lange Anschlusskabel ist hier hervorzuheben. Auch bei wenig Licht lässt sich die Maschine gut führen. Der Sägeblattwechsel erfolgt wie bei jeder anderen Handkreissäge auch. Nachdem die Motorwelle mittels Taster blockiert wird, kann mit dem mitgelieferten Innensechskantschlüssel das Sägeblatt abgeschraubt werden.
An der rechten Seite über dem Schalter befindet sich der Schalter für die Beleuchtung.

Nun zu den technischen Eigenschaften:
Leistung: 1500W
Drehzahl: 5500U/min
Sägeblatt: 190mm
Schnitttiefe 90°: 66mm; 45°: 48mm
Die Leistung ist ausreichend. Ein Längsschnitt in einer 4cm dicken Buchenplatte stellt kein Problem dar. Ebenfalls ist die Schnitttiefe für Maschinen dieser Größe ausreichend.

Schnittführung für 0° und 45° und Schraube zum verstellen der Neigung (rechts)
An der unteren Schraube wird der Parallelanschlag befestigt.

Schnitttiefenverstellung:













Die Führungsschiene besteht aus zwei Teilen welche zusammengesteckt werden:




Mittels der Schraubzwingen kann die zusammengesteckte Schiene am zu schneidendem Objekt befestigt werden.







 Ein gerader Schnitt ist mit dieser Schiene sicherlich möglich. Das ist aber schon das einzig positive...
Es ist nahezu unmöglich ohne zu verwackeln über die Schiene zu gleiten:
Das ist der Hauptgrund für die Ausrisse und Kerben, die bis zu 1mm tief sein können. Desweiteren "knickt" die Maschine am Ende des Holzes merklich weg. Kunststoff ist für eine Führungsschiene einfach zu weich. Aluminium wäre hier die bessere Wahl gewesen.
Jedoch liegt das Problem nicht nur an der Führungsschiene, da könnte man sich unter Umständen selber eine bauen. Dazu gibt's ausreichend Anleitungen auf zB. 1-2-do.com.
Das Gelenk der Säge ist leider auch nicht das Stabilste.












Am Bild zu erkennen ist das zweiteilige Gehäuse, allerdings bildet nur ein Teil das Scharnier für die Höhenverstellung und das ist unstabil:
Damit ich nicht von einem Einzelfehler berichte habe ich in einem Werkzeuggeschäft dieses Problem bei anderen Sägen desselben Typs ebenfalls festgestellt. Eine Scheppach CS 55 hat diese Problem nicht, obwohl es sich in derselben Preisklasse bewegt. Ebenfalls konnte ich bei Bosch und Makita ebenfalls kein "Wackeln" feststellen.

Da ich zum "Brennholzsägen" eine andere Säge benutze wird diese wohl über kurz oder lang in einer Schachtel am Dachboden verschwinden. Zumindest verstehe ich jetzt warum eingefleischte Blogger-Kollegen und Holzwerker auf eine Festool TS 55 schwören. Wenn ich genug Geld gespart habe wird's wohl bei mir auch eine Säge dieser Klasse werden.

Fazit:
Ich finde das Geld für die zuschaltbare Beleuchtung hätte man wohl besser in eine stabile Konstruktion gesteckt. Von den technischen Daten ist die Hankreissäge sicherlich in Ordnung, jedoch ist Sie für präzise Schnitte absolut nicht geeignet. Für den (Haus-)Bau ist die Säge daher sicherlich zu gebrauchen, für den Möbelbau  allerdings nicht zu empfehlen. Für letzteres rate ich eher zu der unwesentlich teureren Scheppach CS 55.



Weitere Bilder














Kommentare:

  1. hab ja selber die einhell grade getestet und auch bei amazon ne 5sterne bewertung abgegeben, ausschlaggebend war halt das preisleistungsverhältnis. klar hast du dann immer nach oben noch luft, aber für das geld find ich das schon sehr gut. lg

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  2. Endlich mal ein Test mit einem objektiven Bericht, in dem auch oder vor allem die Fehler aufgezählt werde!
    Durch solche Erfahrungsberichte kann jeder für sich selbst entscheiden, ob so eine Maschine für ihn (oder sie) die Richtige ist.
    Schöner Bericht. Hat sicherlich viel Zeit (http://kellerwerker.de/?p=1822) gekostet...;-)?

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  3. Die Säge ist relativ schwer hat aber auch ordentlich Power. Die flutscht durch ein Türblatt als ob es Butter wäre. Staubsauger angeschlossen und so hält sich der Schmutz in Grenzen. Habe sie für meinen Hausbau ständig in Betrieb läßt sich gut führen. Einziger Nachteil ist der Auswurf der Sägespöhne, der fliegt einem ins Gesicht. Schade, sonst eine gute Säge.

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  4. Erstmal vielen dank für den Testbericht :).
    Werde mir zu Weihnachten ein kleines Geschenk kaufen, nämlich eine Handkreissäge. Die Überlegung war zwischen der Handkreissäge Einhell RT-CS 190 und der Bosch Handkreissäge PKS 55 A. Obwohl ich eher der Bosch Fan bin will ich (zum ersten Mal) die Marke Einhell probieren. Wenn die richtig gut ist hole ich mir eine Oberfräse von Einhell, weil die soll richtig gut sein (Informieren tue ich mich trotzdem :D). Aber erstmal eins nach dem Anderen.
    Super Testbericht. Mit allem was man heutzutage braucht, Videos, Bilder und guter Text Gefällt mir !

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